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Gefördert durch:

bmvbs Dinslaken Städtebau

Ausgangslage in Lohberg

Die unter Denkmalschutz stehende Zechensiedlung Dinslaken Lohberg entstand um 1910 nach dem Vorbild der englischen Gartenstadtbewegung. Sie ist eine grüne und großzügig angelegte Siedlung auf etwa 70 ha mit vielfältigen Häusertypen und schönen Innenhöfen. Der größte Teil des Bestandes befindet sich im Besitz eines Wohnungsunternehmens – der Evonik Wohnen GmbH – wodurch der einheitliche Charakter der Häuser bis heute erhalten werden konnte. Als Bergarbeiterkolonie war Lohberg immer ein Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Herkunft zusammen lebten – das ist bis heute charakteristisch: Von den rund 6.300 Einwohnerinnen und Einwohnern haben 34,3% eine ausländischen Pass. Die Zahl der Einwohner Lohbergs mit ausländischen Wurzeln ist jedoch weitaus höher, da viele Personen mit Migrationshintergrund einen deutschen Pass haben.

Zu Beginn des Stadtteilprojektes war in Lohberg ein deutlicher Abwärtstrend festzustellen. Dieser machte sich unter anderem durch einen relativ hohen Wohnungsleerstand und das Ausdünnen der Infrastruktur bemerkbar: Unmittelbar hintereinander wurden zwei Lebensmitteldiscounter und eine
Postfiliale geschlossen.

Die sozialen Probleme des Stadtteils und seine Benachteiligung im Vergleich zur Gesamtstadt verdeutlicht der Sozialbericht der Stadt Dinslaken aus dem Jahr 2007: 21% aller Arbeitslosengeld II-Bezieher Dinslakens leben in Lohberg. Außerdem leben knapp 10% aller in Dinslaken als arbeitslos gemeldeten Personen in diesem Stadtteil. Besonders hoch ist der Anteil der jugendlichen Arbeitslosen unter 25 Jahren im Stadtteil. Die als arbeitssuchend gemeldeten Jugendlichen aus Lohberg machen 12,2% der Gesamt-Jugendarbeitslosigkeit Dinslakens aus.

Ende 2005 wurde der Zechenstandort Lohberg/Osterfeld geschlossen, damit fiel der größte Arbeitsplatz- und Ausbildungsplatzanbieter Dinslakens weg. Dieser Aspekt stellt das Stadtteilprojekt in Lohberg vor neue Herausforderungen.