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Straßen und Verkehr

Die Hünxer Straße

Die Hünxer Straße beeinflusst das Leben der Lohberger*innen wie auch das der zahlreichen Besucher und Durchreisenden bereits seit vielen Jahren. Sie ist die zentrale Verkehrsader des Stadtteils und eine der wichtigsten Verbindungen zwischen den Gemeinden Dinslaken und Hünxe. Doch während die Straße über viele Jahrzehnte auch die Grenze zwischen dem Stadtteil und seiner wichtigsten Arbeitsstätte – der Zeche Lohberg – darstellte, gab es in den letzten 15 Jahren einige bedeutsame Veränderungen.

Zechenareal und Bergpark

Die Zeche ist nicht mehr. Und neben vielen weiteren Veränderungen im Stadtteil hat sich dadurch auch die Rolle der Hünxer Straße deutlich gewandelt. Zusätzlich zu ihrer wichtigen Funktion im Verkehrsnetz der Stadt Dinslaken ist sie heute leider vor allem eins: eine Barriere. Denn mit der Neugestaltung des Zechenareals hat sich eben auch die Rolle der Hünxer Straße drastisch verändert. Während auf dem Gelände der ehemaligen Zeche mit dem Bergpark ein Erholungsgebiet geschaffen wurde, sich längst ein Kreativ.Quartier und erste Vertreter*innen der Privatwirtschaft etabliert haben und schließlich ein ganzes Neubaugebiet entstanden ist, hat sich kaum etwas an der Gestaltung und den Querungsmöglichkeiten der Hünxer Straße geändert. Und dabei wäre gerade das bitter nötig! Nicht zuletzt mit Blick auf den Neubau der AWO Kita und dem geplanten Pflegezentrum auf dem ehemaligen Zechengelände.

Die Hünxer Straße und der Verkehr

Die Straße ist eine Barriere, insbesondere für die Menschen, welche noch nicht – oder aber nicht mehr – uneingeschränkt mobil sind. Mit einer Kindergruppe die Straße über eine Verkehrsinsel überqueren? Kaum zu verantworten! Mit dem Rollator einen Ausflug in den Bergpark unternehmen? Kaum zu bewerkstelligen! Und auch die direkten Anwohner*innen sind bei dem kontinuierlich wachsenden Verkehrsaufkommen nicht zu beneiden. Eine zunehmende Belastung durch Lärm, Schmutz und Schadstoffe sind die Folge und sogar Schäden an der Bausubstanz der Gebäude sind bereits aufgetreten. Und dabei ist einer der wichtigsten Aspekte noch gar nicht genannt: das Zusammenwachsen der verschieden Bereiche zu einem gemeinsamen Stadtteil – Lohberg. Es ist Zeit, endlich etwas zu verändern! Das dachten sich auch einige engagierte Bürgerinnen und Bürger aus dem Stadtteil und die Vertreter des Lohberger Bürgervereins, dem Forum Lohberg e.V.

Einsatz für eine bessere Verkehrssituation

Drei Bürgerversammlungen und zahlreiche Gespräche später ist man nun schon ein ganzes Stück weiter gekommen. So gibt es nun einen regelmäßigen Dialog mit der Stadt Dinslaken und endlich Klarheit über den aktuellen Stand der Dinge, die bau- und straßenrechtlichen Gegebenheit und somit auch über mögliche Zukunftsszenarien für die Hünxer Straße und den Stadtteil Lohberg.

Hintergrundinformationen

Aber fangen wir ganz vorne an: Die Hünxer Straße ist eine Landesstraße von überregionaler Bedeutung. Der Baulastträger – also die zuständige Institution – ist somit das Land Nordrhein-Westfalen, vertreten durch den Straßenbaubetrieb StraßenNRW. Dieser sieht seine zentrale Aufgabe darin, die Straße funktionstüchtig zu halten und so „Leichtigkeit des Verkehrs“ zu gewährleisten. Kurzum: Die Straße ist – wie bereits erwähnt – eine wichtige Verkehrsader und ihre Funktion muss gewährleistet werden. Das ist erstmal verständlich, doch was passiert wenn die Straße zunehmend einen massiv negativen Einfluss auf der Leben im Stadtteil hat? Eigentlich gibt es dort wenig Handhabe – eigentlich!

Denn auch die Stadt Dinslaken hat sich offensichtlich viele Gedanken um die Gestaltung des Areals rund um das Zechengelände gemacht. So ist bereits lange klar, dass ergänzend zur neuen Umgehungsstraße – der Oberlohbergallee – auch eine Umgehung zwischen dem angrenzenden Kreisverkehr und dem Ortsausgang Lohberg in Richtung Hünxe-Bruckhausen geplant ist: die sog. Nordtangente.

Die Nordtangente

Eben diese Nordtangente soll die Hünxer Straße massiv entlasten und würde dabei durch ihre Existenz überhaupt erst die Möglichkeit schaffen, etwas an der Hünxer Straße zu verändern. Denn die Hünxer Straße würde damit unter die Hoheit der Stadt Dinslaken fallen, was den Gestaltungsspielraum erheblich verändern würde. Somit ist diese Umgehungsstraße für eine Veränderung der Gegebenheiten auf der Hünxer Straße unbedingt notwendig. Doch auch die Nordtangente schwebt natürlich nicht im luftleeren Raum und ist eingebunden in ein verkehrstechnisches Gesamtkonzept.

Geplante Landstraße L4N

Womit eine weitere geplante Straße in den Blickpunkt gerät: die sog. L4N. Diese geplante Landesstraße als Alternativ-Verbindung zum Schwarzen Weg und somit als zentrale Ader zwischen Lohberg/Bruckhausen und Voerde ist konzipiert, um die Ost-West Verbindungen in der Region zu erweitern, einen schnellen Zugang zur Autobahn zu gewährleisten und andere Bereiche wie bspw. die Augustastraße zu entlasten. Und dabei soll sie eben möglichst direkt an die Nordtangente angeschlossen werden, was wiederrum zum Thema der Hünxer Straße führt.

Wer nun bereits eine Weile in der Umgebung lebt, weiß um den Zustand des Schwarzen Weges und gerät so schnell an die Frage um die Zuständigkeiten zwischen den Gemeinden Dinslaken, Voerde und Hünxe. Dazu kommen natürlich noch die Interessen der Kiesindustrie, welche um die Tenderingsseen aktiv sind, sowie die Vorstellungen der Anwohner und Bauern, welche vor allem unmittelbar betroffen wären. Wichtig ist es jedoch zu verstehen, dass die Hünxer Straße und die geplante Nordtangente, sowie die L4N direkt miteinander verbunden sind. 

Doch eben diese Verquickungen mit den vielen verschiedenen Betroffenen und den Zuständigkeiten von mehreren Gemeinden und dem Land NRW macht die Gesamtlage für eine positive Veränderung in Lohberg so kompliziert. Doch eines ist klar, ein „Weiter so“ darf es nicht geben.

Siehe auch:

Interaktive Karten